Kathrin Flach Gomez Bundestag-Direktkandidatin für Nürnberg-Süd/Schwabach

25. Oktober 2020  Regional
Geschrieben von Daniel Schneider

Am Freitag wählten die Mitglieder die aktuelle Landessprecherin der LINKE. Bayern und Nürnberger Stadträtin Kathrin Flach Gomez als Direktkandidatin im Wahlkreis Nürnberg-Süd/Schwabach für die anstehende Bundestagswahl 2021.

Als Leitspruch sah Flach Gomez einen Satz von Rosa Luxemburg: „Das einzige Gewaltmittel, das zum Sieg führen wird, ist die politische Aufklärung im alltäglichen Kampf.“ Für die LINKE sei es egal, ob man arbeitslos sei oder Akademiker*in, zugezogen oder eingesessen, religiös oder atheistisch, stellte Flach Gomez fest. Jedoch würden in der heutigen Welt die Gräben zwischen all diesen Unterschieden sowie die Macht des Kapitals zementiert. „Dagegen stellen wir uns mit gemeinsamer Solidarität und Klassenkampf“, rief sie den Anwesenden zu. Deshalb sei es wichtig, die soziale und ökologische Umgestaltung sowohl mit der Klimastreikbewegung als auch zusammen mit den Beschäftigten voranzubringen. Die LINKE als Teil des „Seebrücke“-Bündnisses helfe den geretteten Menschen in den Kommunen, in den Lagern von Moria, aber auch in der autonomen Kurdenregion Rojava. Die Partei stelle sich gegen Waffenexporte und Kapitalismus und mache Politik für die Menschen, nicht für die Konzerne, erklärte Flach Gomez.

Ihr Gegenkandidat Armin Gläsel aus dem Kreisverband Schwabach-Roth sprach sich für mehr Solidarität und Gemeinwohl aus. So brauche es eine Gemeinwohlökonomie anstelle des kapitalistischen Konkurrenzdenkens. Einen Schritt in diese Richtung sah er in der Etablierung von Genossenschaften oder regionalen Wirtschaftskreisläufen. „Hier können Menschen selbstbestimmt wohnen und arbeiten“, führte er das Marx‘sche Diktum von der Selbstorganisation der Arbeiter*innenschaft praktisch vor Augen. Darüber hinaus forderte er die Wiedereinführung der Vermögenssteuer, um die bestehende soziale Ungleichheit in Deutschland zu verringern. Anstelle von Hartz IV und Sanktionen setzt Gläsel auf ein „Bürgergeld“ sowie auf eine Verlegung des Fokus der Agentur für Arbeit hin zu umfassenden beruflichen Weiterbildungsangeboten.

Nicht nur an diesem Direktkandidat*innen-Tag war DIE LINKE aktiv gewesen. Schon in den vergangenen Wochen der Tarifauseinandersetzungen im Kampf für bessere Gehälter im Öffentlichen Dienst hatte die Partei Streikaktionen begleitet und unterstützt. Pflegepersonal in städtischen Kliniken, Angestellte in kommunalen Bildungseinrichtungen oder Arbeitnehmer*innen im Öffentlichen Personennahverkehr dürfen mit ihren berechtigten Forderungen nicht mit einer Null-Prozent-Runde abgespeist werden. Aufgabe der LINKEN ist es, in solch einer Situation nicht zu schweigen, sondern engagiert zusammen zu kämpfen.