Mit Demokratie und Bürgerbeteiligung zur Energiewende

20. Juni 2021  Regional
Geschrieben von Daniel Schneider

Prinzip eines Blockheizkraftwerks [Wikimedia: Peter Lehmacher, CC BY-SA 3.0]

Eine nachhaltige, effiziente und zukunftsfähige Energieversorgung ist das Ziel der Wärme-Strom-Gemeinschaft. Wie es dazu kam und welche Probleme sich heute für die Genossenschaft stellen, erklärte der Vorsitzende Ralf Hansen bei einer Veranstaltung des Regio-Mark e.V.

Regional und demokratisch

Am Anfang stand die Beteiligung der Schwabacher Stadtwerke am geplanten Steinkohlekraftwerk in Lubmin am Greifswalder Bodden. „Dass Schwabach im Jahr 2008 energietechnisch in die Stein(kohle)zeit zurück soll, habe ich nicht verstanden“, beschrieb Hansen, Dipl. Ing. für Elektrotechnik, sein „Erweckungserlebnis“. Mit zwei Gleichgesinnten entwarf er deshalb das technische, wirtschaftliche und rechtliche Konzept für ein Blockheizkraftwerk. „Unabhängig – transparent – regional“ lautete das Motto der Gruppe. Dass es sich bei der Organisationsform um eine Genossenschaft handeln sollte, war den Beteiligten wichtig. „Der besondere Reiz ist, dass jeder Genossenschaftler das Unternehmen selbst mitgestalten kann“, veranschaulicht Hansen das demokratische Miteinander.

Photovoltaik und Kraft-Wärme-Kopplung

Das gemeinsame Ziel der aktuell 104 Anteilseignern sei eine umweltverträgliche und zugleich wirtschaftliche Energieversorgung. „Hier kann man Ökologie und Ökonomie verbinden“, erklärt der verifizierte Europäische Energiemanager. Das Angebot der Gesellschaft erstreckt sich von der technischen Bedarfsanalyse für Photovoltaik-Anlagen oder neuer Kraft-Wärme-Kopplung als Alternative für bald auslaufende Ölheizungen bis zum Verkauf verschiedener Strom erzeugender Heizungen. Getreu dem Spruch „Was der Einzelne nicht kann vermögen viele“ (Friedrich W. Raiffeisen) versuchen die Mitglieder mittels ihrer Anteile (zu je 1.000 Euro), eine Energiewende vor Ort zu ermöglichen.

Oberbürgermeister und Stadtrat

„Die hundertste Mitgliedschaft ging übrigens an die Stadt Schwabach“, erzählt er und verweist auf das Pressefoto mit dem damaligen Oberbürgermeister Matthias Thürauf. Auch dessen Nachfolger Peter Reiß habe sich für die anstehende Generalversammlung angemeldet. Nach 12 Jahren Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung habe man auch ein gutes Verhältnis zu den Stadtratsabgeordneten, führt Hansen aus.

Generationenwechsel und Ehrenamt

Problematisch gestalte sich aber der anstehende Generationenwechsel. „Wie alle anderen Gruppierungen und Vereine brauchen wir junge Menschen, die unsere Arbeit weiterführen“, erklärt der Rentner. Dass die erforderliche Arbeit für die Genossenschaft neben einer regulären 40-Stunden-Woche oft schwierig ist, kann der ehemalige Siemens-Mitarbeiter aus eigener Erfahrung bestätigen.

Schwabacher Wasserstoff

Fragt man ihn nach seinen Wünschen für die Zukunft, möchte er nicht nur mehr neue Genossenschaftler aus Schwabach und der Region. „Schwabacher Unternehmen sollen unter Bürgerbeteiligung Power-to-Gas-Anlagen herstellen“, skizziert Hansen seine Idee. Denn in der Wasserstoffherstellung durch Elektrolyse läge die Zukunft, nicht in Kohle oder Gas.

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