Erlangen: 350 Menschen streiken für bessere Pflege

12. November 2021  Kommunalpolitik
Geschrieben von Daniel Schneider

300 Euro mehr für Pflegekräfte sowie ein Tarifvertrag für Studentische Hilfskräfte waren Forderungen des Warnstreiks in Erlangen. Ver.di und GEW hatten zu der Arbeitsniederlegung aufgerufen, um auf das fehlende Entgegenkommen der Arbeitgeber bei den Verhandlungen zum Tarifvertrag im öffentlichen Dienst aufmerksam zu machen.

300 Euro mehr Gehalt

Über 350 Menschen waren dem Aufruf gefolgt, zwei Stationen waren wegen der hohen Streikbereitschaft sogar komplett geschlossen. „Die Corona-Zahlen steigen, Herr Söder ruft den Katastrophenfall aus und die Arbeitgeber behaupten, es gäbe durch die Pandemie keine spürbare Belastung“, brachte ein Redner von ver.di das Problem auf den Punkt. Nicht einmal ein Inflationsausgleich sei zugesagt worden. Die Gewerkschaft fordert für Angestellte im Gesundheitsbereich 300 Euro mehr Gehalt, für alle anderen eine Erhöhung um 5 Prozent.

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Auch viele Studierende waren auf der Straße. „Rund 60 Prozent der Angestellten an der Universität sind Studierende“, hieß es von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Sie seien dafür verantwortlich, dass der Laden am Laufen gehalten werde. Doch erhielten Studis ohne einen Bachelor-Abschluss gerade einmal den Mindestlohn. Deshalb lautete eine weitere Forderung: Tarifvertrag auch für Studentische Hilfskräfte.

Streikrecht für Azubis

Die Auszubildenden waren ebenfalls mit dabei. 100 Euro mehr im Monat und ein ÖPNV-Ticket erwartet die Jugend von den Arbeitgebern. Das Problematische: Das bayerische Kultusministerium hatte erklärt, dass Auszubildende, sobald sie in der Pflegeschule seien, als Schülerinnen und Schüler kein Streikrecht mehr hätten. Auch gegen diese Ungerechtigkeit wurde lauthals Lärm gemacht.

Eine Frage stellten die Anwesenden aus den Operationssälen, der Chirurgie, Anästhesie, Psychiatrie, dem Zahnklinikum, der Küche, dem Studierendenwerk oder der Friedrich-Alexander-Universität: Was ist einer Gesellschaft ihre Gesundheit und Bildung wert?