
Die Auswirkungen der kapitalistischen Profitlogik sind nicht nur bei Lieferdiensten hautnah erlebbar. Die Bundestagsabgeordnete Violetta Bock sprach über gemeinsame Klassenkämpfe für eine bessere Gesellschaft.
Chefs werden reicher
„Klasse ist ein gesellschaftliches Verhältnis“, erläuterte Violetta Bock. Es orientiere sich an der Frage, wem die Produktionsmittel gehörten, wer seine Arbeitskraft verkaufen müsse und wer von dieser Ausbeutung profitiere. „Im Kapitalismus herrscht der Gegensatz von Kapital und Arbeit“, stellte die Redakteurin der Monatszeitschrift SoZ fest. Die Arbeiter*innen werden nur für einen Teil ihrer Arbeit entlohnt, der Rest des ihnen zustehenden Lohnes landet als „Mehrwert“ in den Taschen der Konzern-Chefs. Deshalb wolle das Kapital geringe Lohnkosten und hohe Produktivität, während die Beschäftigten für ein gutes Leben, Zeit und Gesundheit eintreten.
Arbeitsdruck und Personalmangel
Die Beschäftigten, die kein Eigentum besitzen, gehören der Arbeiter*innen-Klasse an – sei es im Betrieb, im Krankenhaus oder der Kita, aber auch im Lieferdienst, Büro oder der Reinigung. Das umfasse auch arme Landarbeiter*innen oder Kleinbäuer*innen, selbstständige Handwerker*innen, Solo-Selbstständige oder freiberufliche Intellektuelle. „In Paket- und Logistikzentren herrscht die Industriedisziplin des 21. Jahrhunderts“, sagte Bock. Alles werde über Algorithmen gesteuert und jeder Output digital nachverfolgt. Und auch in Pflege und Erziehung, die die Gesellschaft und den Nachschub an Arbeitskraft am Laufen halten, sei die Profitlogik omnipräsent. „Das führt zu Personalmangel, Überlastung, Arbeitsdruck und Burnout“, zählte die Bundestagsabgeordnete der Linken auf.
Gleiche Rechte für alle
Trotz der großen Verschiedenheit der lohnabhängigen Beschäftigten müssen Kämpfe gemeinsam geführt werden, um etwas zu verändern. Das bedeute auch, Klasse und Identität zusammenzudenken. Denn auch das Patriarchat und Rassismus sind reale Herrschaftsformen, die die Arbeiter*innen-Klasse im Kapitalismus hierarchisiert und spaltet. Sorge-Arbeit wird überproportional von Frauen geleistet – entweder unbezahlt oder in Teilzeit mit geringerem Einkommen. Die Folge: Altersarmut. „Rassismus segregiert mit Abschiebung, Aufenthaltsrecht und Diskriminierung“, nannte sie ein weiteres Problem. Auch Queerfeindlichkeit führe zu Vereinzelung und schwäche die Organisationsfähigkeit der Beschäftigten. „Die Linke will diese Spaltung aktiv bekämpfen und gleiche Rechte für alle“, hielt Bock fest.
Arbeit, Miete, Mobilität
Dabei stünden betriebliche Kämpfe um Lohn und Arbeitszeit im Mittelpunkt. Aber auch Mietenkampagnen, Mobilität für alle oder ein gutes Gesundheitswesen gehörten dazu. „Die Frage dreht sich am Ende um Eigentum, Boden und öffentliche Kontrolle“, brachte sie es auf den Punkt.
Weiterführende Links:
- Die Linke (8.5.2026): Wie uns der Kapitalismus gegeneinander ausspielt – https://www.youtube.com/watch?v=rlwQ3jLLH4U
- Die Linke SC-RH (6.6.2026): Armutszeugnis. Die arbeitende Klasse – https://www.die-linke-schwabach-roth.de/gesellschaft/armutszeugnis-die-arbeitende-klasse/
- Die Linke SC-RH (11.2.2026): Die Kritik der Sauer’schen „Klasse“ – https://www.die-linke-schwabach-roth.de/gesellschaft/die-kritik-der-sauerschen-klasse/














