Weltunordnung: US-Blockade Kubas

22. Juni 2026  International
Geschrieben von Kreisverband

Bild: Rosa-Luxemburg-Stiftung

Gegen das Votum der UN-Vollversammlung untersagen die USA die Versorgung von Kuba mit Rohstoffen und sanktionieren Wirtschaftsbeziehungen. In „Weltunordnung“, dem internationalen Podcast der Rosa-Luxemburg-Stiftung, sprach Raúl Zelik über das seit 1960 geltende Handelsembargo.

Imperialistischer Kriegsakt

US-Präsident Dwight D. Eisenhower verhängte 1960 das erste Handelsembargo gegen das revolutionäre Kuba, nachdem dessen Regierung unter Fidel Castro US-amerikanische Bürger*innen und Unternehmen enteignet hatte. 1992 wurde das Embargo als Gesetz festgeschrieben – obwohl die UN-Vollversammlung 33 Mal mit überwältigender Mehrheit gegen die Blockade der Karibikinsel gestimmt hatte. „Die US-Wirtschafts- und Rohstoffblockade ist ein Kriegsakt“, hielt Raúl Zelik fest. Kürzlich hatte das kanadische Bergbauunternehmen Sherritt, das dort Nickel förderte, seine Tätigkeit wegen Treibstoffmangels einstellen müssen. „Kuba verliert so sämtliche internationale Wirtschaftspartner“, warnte der Politikwissenschaftler.

Mexiko und China

So sei es kein Wunder, dass deshalb die Wirtschaft des Landes zusammenbreche. Denn aufgrund der Blockade ist die Versorgung mit Medikamenten im Gesundheitswesen unzureichend. Auch im Bildungsbereich gibt es massive Probleme. „Etwa 10 Prozent der jungen Bevölkerung haben das Land verlassen – der wirtschaftliche Entfaltungs- und Konsumhorizont ist sehr gering“, schilderte er die Situation. Die linke Regierung in Mexiko lieferte Lebensmittel für die Kubaner*innen, während Russland – unter Bruch des US-Embargos – einen Öltanker schickte. Die Volksrepublik China hatte dem von der Energiezufuhr abgeschnittenen Land mehrere Solarkraftwerke geschenkt.

Kubas Corona-Hilfe

Die mittel- und südamerikanischen Länder hingegen befolgten aus Angst vor möglichen US-Sanktionen die US-Blockade der Vereinigten Staaten. „Die Unabhängigkeit Angolas und das Ende der Apartheid in Südafrika wären ohne die militärische Unterstützung Kubas nicht möglich gewesen“, rief Zelik in Erinnerung. Doch auch aus diesen Ländern erfolgte keine Hilfe gegen die US-Maßnahme. Kuba hatte hingegen während der Corona-Pandemie Ärzt*innen nach Italien oder während eines Ebola-Ausbruchs nach Westafrika geschickt, verdeutlichte er die dort gelebte internationale Solidarität.

Imperialismus der USA

Donald Trumps Außenminister Marco Rubio kommt aus dem Kreis der weißen Exil-Elite Kubas. Aus diesen Reihen gibt es großes ökonomisches Interesse, wieder zurückzukehren, um den einstigen Großgrundbesitz erneut in Besitz nehmen zu können. Die Politik Trumps ziele darauf ab, den Machtanspruch der USA auch in Mittel- und Südamerika durchzusetzen. „Die illegale Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro war eine Machtdemonstration“, erklärte er. Auch arbeiteten die rechten Regierungen in Argentinien oder Honduras eng mit den USA zusammen. So sei ein ehemaliger Präsident Honduras, der wegen Drogenhandels verurteilt worden war, freigelassen worden, um Falschnachrichten gegen die linken Regierungen in der Region zu verbreiten.

Entpolitisierte Gesellschaft

Im Vergleich zu heute habe sich die einstige Kopie des sowjetischen Modells und der starke Autoritarismus der 1980er Jahre total geändert. Demgegenüber sei die Repression der Ordnungskräfte in Bolivien oder Venezuela um ein Vielfaches massiver. „Politische Dissident*innen werden in Kuba gegebenenfalls verhaftet – in Kolumbien werden sie ermordet“, stellte Zelik die Gegensätze dar. Im Gegensatz dazu sei das Partnerschafts- und Familiengesetz in der neuen Verfassung mit Blick auf die LGBTQ-Bewegung beispielhaft für die gesamte Region, erläuterte er. Allerdings habe die Staatspartei auch zu einer starken Entpolitisierung der Gesellschaft geführt.

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