
Rund 150 Menschen aus Greding, Schwabach oder Ingolstadt machten ihrer Meinung gegen die AfD Bayern Luft. Der Landesparteitag in dem mittelfränkischen Ort stieß auf eine engagierte Zivilgesellschaft.
Für gerechte Gesellschaft
„Wir werden nicht schweigen und wegschauen“, erklärte eine Sprecherin von „Greding ist bunt“ anlässlich des Landesparteitags der AfD Bayern in ihrem Ort. Deshalb demonstriere man gemeinsam gegen die Lügen, Hetze und Angst, die die Partei verbreite und damit auch die Demokratie gefährde. „Die AfD ist in Greding nicht willkommen“, lautete das Fazit. Stattdessen wolle man sich zusammen für eine gerechte und friedliche Gesellschaft einsetzen.
Ungerechtigkeit hilft der AfD
„Wie lange will unser Staat eigentlich noch Rechtsextremisten finanzieren?“, fragte Cornelius Voigt von den Linken Schwabach-Roth. Für einen Verbotsantrag, der bisherige Strukturen und Geldflüsse zerschlagen könnte, brauche es noch 9 Bundestagsabgeordnete. Schon in der Weimarer Republik hätte der Irrglaube geherrscht, man könne die rechtsextreme Partei einbinden und so kontrollieren. Heute übernähmen Parteien sogar die Politik der AfD – statt sich um die immer größer werdende soziale Ungleichheit zu kümmern. „Ein DAX-Vorstand bekommt im Monat rund 475.000 Euro, die Armutsquote liegt bei 15,5 Prozent der Bevölkerung“, stellte Voigt die Gegensätze dar.
Rassismus wird salonfähig
„Alles, was nicht zur homogenen Volksgemeinschaft gehört, muss weg“, erinnerte Cemal Bozoglu an das Geheimtreffen von Potsdam 2023. Nun rede ein Bundeskanzler davon, dass man mit Abschiebungen das Stadtbild verbessern könne. Solch ein Gedankengut müsste eigentlich geächtet werden, da 80 Prozent der Bürger*innen Rassismus ablehnten. Doch werde dieser Rassismus durch die Konservativen wieder salonfähig gemacht. „Wir müssen mit allen solidarisch sein, um die Probleme in unserer Gesellschaft zu lösen“, forderte der Abgeordnete, der für die Grünen im Bayerischen Landtag sitzt.
Ein vielfältiges Stadtbild
„Wollen wir ,Frauen zurück an den Herd’ und ,Ausländer raus’?“, fragte eine Vertreterin der Omas gegen Rechts. „Nein!“, lautete ihre entschlossene Antwort. Denn die AfD biete keinerlei Lösungen für die Probleme unserer Gesellschaft. „Lasst uns eine Gesellschaft unterschiedlicher Lebensentwürfe, Geschlechter und Alter schaffen, die ebenso vielfältig ist wie unser Stadtbild“, rief sie den Anwesenden zu.
Gefahr durch AfD
„Deutschlandweit stellt die AfD für immer mehr Menschen eine Gefahr dar“, brachte es eine Teilnehmerin des offenen antifaschistischen Treffen Ingolstadt auf den Punkt. Dazu zählten neben von Armut betroffenen Menschen auch Personen mit einer Beeinträchtigung, Frauen, die ein selbstbestimmtes Leben führen wollten oder Menschen mit Migrationshintergrund. „Schaut bei uns vorbei“, lud sie die rund 150 Demonstrierenden ein. Das antifaschistische Treffen finde jeden Donnerstag um 19 Uhr in der Schäffbräustraße 15 in Ingolstadt statt.
Weiterführende Links:
- Die Linke SC-RH (24.7.2019): Greding. Zivilgesellschaft gegen AfD – https://www.die-linke-schwabach-roth.de/regional/greding-zivilgesellschaft-gegen-afd/
- Greding ist bunt – https://www.facebook.com/Gredingistbunt/
- Offenes Antifa-Treffen Ingolstadt – https://www.instagram.com/offenesantifatreffen/














