Und wieder war es soweit, dass die AfD Bayern ihren Landesparteitag in Greding abhielt und ein buntes Bündnis verschiedenster Gruppierungen und Organisationen sich zusammenfand, um dagegen zu demonstrieren. Zuvor hatte ein Antrag der Partei bzgl. einem Fotografierverbot für die Gegendemonstration vor dem Verwaltungsgericht Ansbach keinen Erfolg. Die AfD argumentierte mit einer Gefährdungslage für AfD-Mitglieder und Funktionsträger.
21. September 2019
Kreisverband Geschrieben von Redaktion
Unsere KandidatInnen für Schwabach: Christiane Feldmann, Ingrid Rumpf, Nadine Reuter, Jonas Wagner, Jens Katheder, Rainer Leidel (vlnr.)
Am Dienstag bestimmte DIE LINKE. Schwabach ihre Liste für die anstehende Kommunalwahl. Vor allem junge Mitglieder stellten sich für die kommunale Selbstverwaltung zur Wahl. Spitzenkandidat Jonas Wagner (25) sagte: „Wir als Linke werden uns für ein lebenswertes Schwabach für alle einsetzen.“ Nadine Reuter (24) ergänzt mit Blick auf die Jugendarbeit: „Als angehende Sozialwirtin habe ich einen Blick für das Spannungsfeld zwischen sozialem Engagement und wirtschaftlicher Machbarkeit.“ Darüber hinaus sind die Energiewende, Gesundheitspolitik und Rechtsextremismus Themen, die DIE LINKE. in ihrer ersten Amtszeit im Stadtrat aktiv angehen wird.
04. September 2019
Regional Geschrieben von Redaktion
Am Samstag hielten wir anlässlich des Antikriegstags einen Infostand
über Waffenexporte, Atomwaffen und linke Lösungsvorschläge ab.
Seitens der Schwabacher Bevölkerung gab es rege Anteilnahme an dem
Sachverhalt, dass im Jemenkrieg durchschnittlich alle 10 Minuten ein
Kind an Unterernährung, Krankheiten oder Waffengewalt stirbt. Sowohl
deutsche Patrouillenboote, die zur Seeblockade gegen Häfen genutzt
werden können, als auch G36-Sturmgewehre (Heckler&Koch), die
seit 2008 von der saudischen
Military Industries Corporation
unter Lizenz produziert werden, haben ihren Anteil am menschlichen
Leid. Statt Waffen im Wert von 3,34 Milliarden Euro (2008 bis 1.
Halbjahr 2017) an Saudi-Arabien zu liefern, sollten vielmehr die
Gelder für humanitäre Hilfe der Zivilbevölkerung aufstockt und die
kriegsführenden Parteien an den Verhandlungstisch gebracht werden.
DIE LINKE setzt sich für ein striktes Ausfuhrverbot sämtlicher
Kriegswaffen ein!
Ebenfalls kritisierten wir die teure und intransparente Bundeswehr. 2016 wurden in der Otto-Lilienthal-Kaserne in Roth für 160 Millionen Euro Wartungshallen für den Kampfhubschrauber „Tiger“ errichtet, selbiges Regiment 26 jedoch aufgelöst. Der Umbau des Areals in eine Luftwaffenoffiziersschule verschlang weitere 200 Millionen Euro. Als Verschwendung von Steuergeldern erweist sich ebenfalls die Überholung des Segelschulschiffs Gorch Fock. Die Kosten der 1958 in Dienst gestellten Dreimast-Bark belaufen sich auf aktuell 135 Millionen Euro (ursprünglich: 10 Millionen Euro). Ineffizient und undurchsichtig stellten sich auch Beraterverträge für die Bundeswehr da, die sich auf 390 Millionen Euro beliefen. DIE LINKE fordert, anstatt horrende Summen für den Militäretat auszugeben, das Geld lieber in Armutsbekämpfung, Schulen und Wohnungen zu investieren!
„Als ich
fünf Jahre alt war, fiel die Atombombe. Vor der Atombombe war ich
glücklich, aber jetzt bin ich unglücklich. Ich bin einsam, weil ich
keine Eltern und Geschwister habe.“ Das schrieb Sumiya Kojima, der
am 6. August 1945 die Grundschule in Hiroshima besuchte. Der
japanische Reformpädagoge Prof. Arata Osada sammelte 1952
Erlebnisberichte von Schulkindern, die den Abwurf der Atombombe
miterlebten. Die 105 Geschichten veröffentlichte er in dem Buch „Die
Kinder von Hiroshima“.
Die
Linke im Kreisverband Schwabach-Roth bezieht Stellung: „Die Worte
der Kinder sollten
uns Erwachsenen den richtigen Weg weisen. Atomare Aufrüstung
bedeutet Tod, Trauer und Unglück.“ Gerade in der aktuellen
Situation, in der der INF-Vertrag von 1987 aufgekündigt wurde, sei
nukleare Abrüstung so wichtig wie nie zuvor. Der Vertrag legte fest,
dass die USA und die Sowjetunion ihre atomaren Kurz-
und Mittelstreckenraketen in Europa abbauten. „Mit dem
aufgekündigten INF-Vertrag und dem beendeten Atom-Abkommen mit dem
Iran stehen wir wieder an der Schwelle des todbringenden
Wettrüstens“, warnt der Vorsitzende Voigt. „Wir sollten alle
gemeinsam gegen die wirkliche Bedrohung der Menschheit – den
Klimawandel – kämpfen, und nicht Geld für effektivere
Nuklearsprengköpfe ausgeben“, erklärt er. Ein Schritt in die
richtige Richtung ist der Abzug der rund 20 US-Atombomben vom
Fliegerhorst Büchel in der Eifel. Dort üben deutsche
Tornado-Piloten für den atomaren Ernstfall. Deutschland solle sich
vielmehr für die internationale Ächtung von Atomwaffen stark
machen.
Der
Kreisverband der Linken
sieht sich in seinem
pazifistischen Denken durch Ikuko Wakasa bestärkt. Die 11-jährige
Schülerin schrieb: „Vor
einem halben Jahr wurde ein zehnjähriges Mädchen plötzlich
atomkrank. Die Haare fielen ihr aus, sie spie Blut, und nach zwanzig
Tagen ist sie gestorben. Der Krieg ist nun schon seit sechs Jahren zu
Ende, aber heute noch sterben Menschen. Die Atombombe ist etwas so
Entsetzliches, so Hassenswertes.“ Der Vorsitzende ist sich sicher:
„Wir sollten uns nach dem alten Sprichwort ‚Kindermund tut
Wahrheit kund‘ richten und uns mit allen Mitteln gegen Atomwaffen
in Deutschland, Europa und der Welt einsetzen.“ Bisher verfügen
die USA, Großbritannien, Frankreich, Israel, Russland, China,
Indien, Pakistan und Nordkorea über Kernwaffen.
Genoss*innen aus Würzburg, Ingolstadt, Schwabach und Roth standen/saßen neben dem Bündnis „Greding ist bunt“, den „Omas gegen Rechts“, SPD, Grünen und vielen anderen Demokrat*innen, um am 21. Juli in Greding ein klares Zeichen gegen den Landesparteitag der AfD Bayern zu setzen. Das sonnige Wetter wurde von einigen jungen Leuten dazu genutzt, ein Asphaltpicknick abzuhalten. Dieses wurde von der herbeieilenden Polizei jedoch nach kurzer Zeit beendet, um den mit BMW, Mercedes und Audi anreisenden „Vertretern des kleinen Mannes“ ihre Zusammenkunft zu ermöglichen. Laut Recherchen des Bayerischen Rundfunks vom 25.12.2018 beobachtete der Bayerische Verfassungsschutz mehrere AfD-Bezirkstagskanditat*innen wegen ihrer Nähe zu rechtsextremen Gruppierungen. Mit Plakaten wie „Liberté, Égalité, fck AfD“, lauten Pfiffen und Rufen zeigten die Demonstrant*innen, was sie von der Partei hielten.
Die
frühere Bundestagsabgeordnete der LINKEN, Eva Bulling-Schröter,
sprach für das Bündnis „Ingolstadt ist bunt“. Sie erklärte,
dass dieser Sonderparteitag darüber entschiede, ob der rechte
„Flügel“ der AfD auch hier in Bayern die Oberhand gewänne. „Bis
heute wurden 169 Menschen von Rechten ermordet und das kommt nicht
von ungefähr“, sagte die Landessprecherin der LINKEN. Bayern.
Wenn ein Beschäftigter beim Baden-Württenberger Landtag und AfD-
Mann in einem Chat schriebe, dass er sich „einen Bürgerkrieg mit
tausenden Toten“ wünsche, sei dies ein Alarmsignal für unsere
Demokratie.
Cornelius Voigt,
Vorsitzender der LINKEN Schwabach-Roth, sprach mit der sozialen
Ungerechtigkeit in unserem Land einen der Gründe an, aus denen die
Rechtspopulisten Profit schlagen. „
Allein
in Bayern leben ca. 12 % aller Kinder an der Armutsgrenze, während
führende Politiker*innen durch Aufsichtsratsposten große
Nebeneinkünfte verdienen.“ Wie schon im Dritten Reich suche man
Sündenböcke, die dafür verantwortlich seien. Statt Flüchtlinge
auszugrenzen, müsse man jedoch das rein
profitorientierte Wirtschaftssystem ändern. Während die jetzige
Politik auf rechten Stimmenfang gehe, setzt sich DIE LINKE für
Menschlichkeit, soziale Gerechtigkeit und den ökologischen Schutz
der Erde ein. „Wichtig ist, Menschen die Angst vor andersartigen zu
nehmen, anstatt wie die AfD Hass und Gewalt zu schüren“,
appellierte er an die Zuhörer*innen.
Eine weitere Sprecherin von „Ingolstadt ist bunt“ ging in ihrer Rede auf die Gefahren für Menschen mit Behinderungen ein, die von dieser Partei ausgingen. „AfD-Abgeordnete bezeichnen behinderte Menschen als ansteckend“, sagte eine Sprecherin des Bündnisses. Damit stellten sie sich gegen unsere offene und inklusive Gesellschaft. Die Parallelen zum nationalsozialistischen Weltbild, in dem behinderte Menschen als „lebensunwertes Leben“ zu tausenden ermordet wurden, seien erschreckend. Die Gruppe „Omas gegen Rechts“ gab den Jüngeren mit Blick auf Rechtsextremismus und Nationalismus die Mahnung mit auf den Weg: „Ihr seid nicht schuld an dem, was war, aber ihr seid verantwortlich dafür, dass so etwas nie wieder passiert!“ Das „Antifaschistische Aktionsbündnis Neumarkt“ erläuterte in seiner Rede das populistische und asoziale Verhalten der Partei. Die AfD sei eine rassistische Partei der Reichen, die die Armen gegen die Ärmsten der Gesellschaft ausspielten.
Musikalisch wurde
die Gegenkundgebung von der Taperock-Band „Panzertape“
unterstützt. Diese hatten im Juli schon auf zwei weiteren
Demonstrationen gegen die AfD in Warburg/Nordrheinwestfalen und
Lichtenfels/Bayern gespielt.
Mit zahlreichen anderen Menschen hat sich auch Die Linke Schwabach-Roth beim Christopher Street Day in Schwabach für eine Gesellschaft der Vielen eingesetzt. Wir wollen, dass LSBTIQ* als selbstverständlicher Teil gesellschaftlicher Realität anerkannt werden.
Die Menschen neben der Schwabacher Stadtkirche sind sich einig: Nie wieder ist jetzt! (Quelle: Kreisverband Schwabach-Roth)
Gesicht zeigen gegen den „Bürgerdialog“ der AfD – viele Menschen waren dem Aufruf der Schwabacher „Initiative für Demokratie gegen Rechtsextremismus“ gefolgt, um für eine plurale Gesellschaft ohne Hass und Hetze einzutreten.
Maximilian Schmidt bei seiner Rede in Schwabach am 8. Juli. (Quelle: Kreisverband Schwabach-Roth)
Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger der Stadt Schwabach und aus dem Umkreis, liebe Mitmenschen, ich freue mich, dass so viele heute hier sind, um klare Kante gegen rechts zu zeigen. Ich bedanke mich herzlichst bei der „Initiative für Demokratie und gegen Rechtsextremismus“ für die schnelle Organisation des Protestes.