Aktivrente für Wohlhabende?

21. Oktober 2025  Politik
Geschrieben von Kreisverband

Eine Gruppe CEOs der 500 umsatzstärksten Unternehmen der USA (2015). Doch im Gegensatz zu solchen Top-Manager*innen können Dachdecker*innen oder Forstwirt*innen aufgrund ihres körperlich anstrengenden Berufs nicht noch als Rentner*innen weiterarbeiten. (Prime Minister’s Office, Government of India, GODL-India)

Eine Zwei-Klassen-Politik, die die Kluft zwischen hart Arbeitenden und Gutverdienenden noch vergrößert ist die Konsequenz der Aktivrente. Ines Schwerdtner kritisierte das geplante Vorhaben der Regierungskoalition.

Aktivrente verfehlt das Ziel

„Die Aktivrente ist keine wirkliche Rente, die man über die Arbeit hinaus bekommt – sondern ein Werkzeug, um die, die länger arbeiten können, steuerfrei länger arbeiten zu lassen“, kritisierte Ines Schwerdtner die Beschlüsse der Regierungskoalition. Denn das Angebot richte sich bevorzugt an Manager*innen oder Chef-Ärzt*innen, da die meisten Menschen, die hart körperlich arbeiteten, mit 65 Jahren in Rente gehen müssten. „Viele gehen sogar unter Inkaufnahme von Abschlagszahlungen früher in den Ruhestand, weil sie körperlich einfach nicht mehr weitermachen können“, rief die Parteivorsitzende der Linken in Erinnerung.

Solidarische Rente

Die Aktivrente führe allerdings zu einer Zwei-Klassen-Politik: Und zwar die Aktivrente für die Fitten – und die, die es am dringendsten brauchen, gehen leer aus. Man begünstige somit die Menschen, die sowieso schon über hohe Einkommen verfügten. „Es braucht eine solidarische Rente, in die alle einzahlen – auch Abgeordnete, Beamte und Selbstständige“, zeigte die Bundestagsabgeordnete eine Alternative auf. Dies beinhalte auch eine armutsfeste Mindestrente von 1.400 Euro netto im Monat. Die praktische Umsetzung der Rente für alle könne man in Österreich verfolgen.

Erbschafts- und Vermögenssteuer

Ebenso äußerte sich Schwerdtner zur Erbschaftssteuer. „Selbst Jens Spahn hat erkannt, dass es hier eine Gerechtigkeitslücke gibt“, kam sie auf den Fraktionsvorsitzenden der CDU/CSU im Bundestag zu sprechen. Der Spitzensteuersatz der Erbschaftsteuer sollte laut der Linken 60 Prozent betragen und ab einem zu versteuerndem Erbe von drei Millionen Euro zuzüglich des jeweiligen Freibetrags gelten. Großzügige Stundungsregelungen verhinderten dabei, dass das Fortbestehen von kleinen und mittleren Unternehmen gefährdet wird. „Neben einer stärkeren Besteuerung von Erbschaften sprechen wir uns für eine Wiedereinführung der Vermögenssteuer aus – nicht für Steuergeschenke an Unternehmen“, erklärte sie.

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