
Das Steuerkonzept der Linken entlastet 98,1 Prozent der Bevölkerung und macht die Überreichen nicht arm. „Armutszeugnis“, der wirtschaftspolitische Podcast der Rosa-Luxemburg-Stiftung, widmete sich einer aktuellen Studie zur Vermögenssteuer.
Wenige haben fast alles
70 Prozent des privaten Netto-Vermögens gehören den oberen 10 Prozent, die mittleren 40 Prozent verfügen nur über 30 Prozent des Gesamtvermögens, die untere Hälfte der Bevölkerung in Deutschland hat quasi nichts – nämlich 1,2 Prozent. Deutschland ist somit eine der ungleichsten Demokratien der Welt. Als Vermögen zählt Geld und Schmuck, Kunstwerke und Autos, aber auch Häuser und Unternehmen. Dieter Schwarz, dem die Supermarkt-Ketten Kaufland und Lidl gehören, hat beispielsweise ein Vermögen von 40 Milliarden Euro – und eine jährliche Rendite von 6 bis 12 Prozent.
Steuerkonzept der Linken
In Deutschland gibt es 249 Milliarden-Vermögen, 3.900 Menschen verfügen über mehr als 100 Millionen US-Dollar. 800.000 Menschen müssen gar nicht mehr arbeiten, weil sie allein von ihren Erträgen aus Aktien, Mieteinnahmen oder Vermögensanteilen leben können. Stefan Bach vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung hat errechnet, dass eine Vermögenssteuer nach dem Konzept der Linken den Bundesländern – und somit auch den Kommunen – zwischen 100 und 150 Milliarden Euro einbringen könne – pro Jahr!
1,9 Prozent zahlen mehr
In Deutschland war die Vermögenssteuer bis 1997 ganz normaler Alltag, in Norwegen und der Schweiz ist sie bis heute gängige Praxis. Das Grundgesetz listet die Vermögenssteuer im Artikel 106 auf. Beim Steuerkonzept der Linken müssten 1,9 Prozent der Menschen mehr Steuern zahlen – 98,1 Prozent würden davon profitieren, dass dann die Überreichen einen angemessenen Anteil zur Finanzierung des Landes beitragen. So soll ab einem Vermögen von einer Million Euro ein Prozent Steuern gezahlt werden, ab 50 Millionen Euro dann 5 Prozent.
Reiche werden nicht arm
Vermögen über einer Milliarde Euro sollen mit 12 Prozent besteuert werden, bei Betriebsvermögen liege der Freibetrag jedoch bei 5 Millionen Euro. Ansprüche für die öffentliche oder private Altersvorsorge sind gänzlich ausgenommen, darüber hinaus gilt die Vermögenssteuer nur für Privatpersonen und nicht für juristische, wie etwa Kapitalgesellschaften. Da Überreiche im Besitz zahlreicher Anlagen auf den Finanzmärkten sowie verschiedenster Konzernanteile sind, müssten sie nur eines dieser vielen Portfolios veräußern, um die Steuer zu zahlen – der Rest würde weiterhin Rendite für sie abwerfen.
Reiche zahlen weniger
Schließlich verfügen die oberen 10 Prozent über 88 Prozent der Betriebsvermögen in Deutschland. Die untere Hälfte der Bevölkerung hat zusammen nur 0,3 Prozent davon. Eine Mittelstandsfamilie zahlt – die Sozialabgaben inbegriffen – über 40 Prozent Steuern, bei der BMW-Erbin Susanne Klatten liegt die Einkommenssteuer hingegen nur bei 27 Prozent, wie das Netzwerk Steuergerechtigkeit herausfand. Würde die Vermögenssteuer wieder in Kraft treten, würden die Steuereinnahmen der Bundesländer um geschätzte 20 Prozent steigen. Beschlösse Klatten deswegen jedoch, ins weniger besteuernde Ausland zu gehen, müsste sie aufgrund der bereits existierenden Wegzugssteuer rund ein Drittel ihres Vermögens beim deutschen Fiskus lassen. Allerdings ändert auch eine Vermögenssteuer nichts an den ungerechten Klassenverhältnissen, durch die die Kapitalist*innen sich die Arbeitskraft der lohnabhängig Beschäftigten und deren Mehrwert aneignen.
Weiterführende Links:
- RLS (13.2.2026): Vermögenssteuer. Ran an die Milliarden – https://www.youtube.com/watch?v=811KBS7Hfeo
- Die Linke SC-RH (11.9.2025): Vermögen und Erbschaften besteuern – https://www.die-linke-schwabach-roth.de/politik/vermoegen-und-erbschaften-besteuern/
- Die Linke SC-RH (7.2.2025): Armutszeugnis. Steuerpolitik für Reiche – https://www.die-linke-schwabach-roth.de/politik/armutszeugnis-steuerpolitik-fuer-reiche/














