Gartenvielfalt und Reichensteuer

07. September 2025  Politik
Geschrieben von Kreisverband

Gärten sollen mit insektenfreundlichen Pflanzen die Biodiversität fördern (Die Linke Schwabach-Roth)

Was Insekten und Laufkäfer für den Garten tun können und warum man Superreiche stärker besteuern sollte, darüber sprach der Garten-Influencer Robinga Schnögelrögel im Podcast „Wenn ich mir was wünschen dürfte“ mit Jan van Aken.

Das zerstörte Ökosystem

„Ich wünsche mir, dass wissenschaftliche Fakten als Fakten anerkannt würden“, erklärte Robinga Schnögelrögel. Denn beim Insektensterben sei es so: Wenn die Insekten gehen, gehen auch die Vögel. Gehen die Vögel, verschwinden auch verschiedene andere Organismen. „Irgendwann haben wir das Ökosystem-Netz so durchlöchert, dass wir die nächsten sind“, warnte der Garten-Influencer. Denn schließlich sei unsere gesellschaftliche Sicherheit nur dank der stabilen Nahrungsversorgung möglich – und diese mit dem Artensterben in großer Gefahr.

Das große Insektensterben

Die Krefeld-Studie habe von 1989 bis 2016 an verschiedenen Orten mit Lichtfallen die Masse an Insekten gemessen. „Waren es anfangs noch 100 Gramm ,Flugmasse’, reduzierte sich die Menge 2016 auf 25 Gramm“, erläuterte er beispielhaft den Rückgang der Insekten um 75 Prozent. Die Ergebnisse dieser Studie seien für ihn der Auslöser gewesen, einen Schmetterlingsgarten anzulegen. „Hatte ich in den vergangenen Jahren in meinen Lehmlöss-Wänden unglaublich viele Wildbienen, ist dieses Frühjahr nichts davon zu spüren“, gab Schnögelrögel seine Eindrücke wieder.

Schnecken und Laufkäfer

Für ihn seien Schnecken die perfekte „Müllabfuhr“, da sie bevorzugt welkes oder faules Material verspeisten. „Sie sind so etwas wie die Gesundheitspolizei der Natur“, hob er ihre Bedeutung hervor. Andererseits habe er auch viele Laufkäfer, die sich wiederum von den Eiern der Schnecken ernährten. „Dafür braucht man aber Totholz im Garten, damit die Käfer – die auch als Nahrung für Igel dienen – dort ihre Nester anlegen können“, gab er einen praktischen Tipp zur Gartengestaltung.

Reichensteuer und Klimageld

„Wir müssen die Superreichen besteuern“, forderte er mit Blick auf den Klimaschutz. Denn diese emittierten in einer Stunde mehr CO2, als wenn „normale“ Leute dreimal mit dem Auto um den Planeten fahren würden. Und machte sich für Österreich und seine Klima-Dividende stark. In der Alpenrepublik erhielte die ärmere Hälfte der Bevölkerung, die eben fast kein CO2 verursache, vom Staat mehrere hundert Euro im Jahr zurückerstattet. In Deutschland diskutiert man das Modell unter dem Namen Klimageld.

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