Gesundheit in Europa

19. März 2026  Politik
Geschrieben von Kreisverband

Keine Profite auf Kosten der Gesundheit (Die Linke)

Wie ist das Gesundheitssystem in anderen europäischen Ländern organisiert – was können Gesundheitszentren, eine steuerfinanzierte Krankenversicherung für alle oder eine Zuckersteuer auf süße Lebensmittel bewirken? Dieser Frage ging der Deutschlandfunk Kultur in der Folge „Warum Spanien und Dänemark als Vorbild gelten“ nach.

Spaniens Gesundheitszentren

Die durchschnittliche Lebenserwartung in Spanien liegt bei 84 Jahren. Auch wenn dabei viele Faktoren eine Rolle spielen, wie Ernährung, Bewegung, der Grad der Luftverschmutzung, wird das Gesundheitssystem des Landes als sehr gut bewertet. Rund 9 Prozent des spanischen Bruttoinlandsprodukts fließen in die Gesundheitsversorgung. Alle Pflichtversicherten bekommen eine*n Familienärzt*in zugewiesen, die in einem der rund 13.000 staatlich finanzierten Gesundheitszentren ansässig sind. Hier wird entschieden, wann ein Fachärzt*innen-Termin nötig ist – die entsprechenden Kolleg*innen sitzen meist nur wenige Türen weiter.

Zuckersteuer auf Süßes

Andererseits sollte die Begleitung chronisch Erkrankter schon engmaschig zu Hause erfolgen – und nicht erst, wenn sie wegen Beschwerden ins Gesundheitszentrum kommen. Ein Unterschied zu Deutschland ist, dass bei der Zahnbehandlung Füllungen, Kronen oder Wurzelbehandlungen zu 100 Prozent von den Patient*innen privat gezahlt werden müssen. In vielen Ländern Europas gibt es eine Zuckersteuer, auch Tabakwaren sind mancherorts deutlich teurer, in schwedischen Supermärkten kann man den Alkoholgehalt von Getränken quasi an den entsprechend höheren Preisen ablesen. So wird gesunde Ernährung und Verhalten finanziell gestärkt.

Alkohol und Tabak kostet

Dänemark setzt auf Prävention und Vitalisierung. Zigaretten sind dort nur auf Nachfrage erhältlich und kosten mit 8 Euro mehr als in Deutschland. Das Ergebnis: Die Zahl der Raucher*innen in dem Land ist signifikant zurückgegangen. In Norwegen und Schweden ist die Tabak- und Alkoholpolitik sogar noch strenger. Allen 12-jährigen Dän*innen wird eine HPV-Impfung empfohlen, um so Gebärmutterhalskrebs sowie auch anderen Krebsarten vorzubeugen. 2024 waren 82 Prozent der Mädchen und 80 Prozent der Jungen geimpft. Auch bei der Darmkrebs-Früherkennung und der Mammographie bei Brustkrebs ist das Land Spitzenreiter.

Eine Krankenversicherung für alle

Die Einladung zu anstehenden Untersuchungen erfolgt digital. Auch verfügt die Hauptstadt Kopenhagen über ein gut ausgebautes Radnetz, so dass viele Menschen das Rad nutzen – und so stets etwas für ihre Bewegung und Gesundheit tun. Die meisten Untersuchungen erfolgen bei den Hausärzt*innen, die Zahl der Krankenhausbetten wurde in Dänemark hingegen stark reduziert – auf ein Drittel des deutschen Niveaus. Da in Dänemark alle durch ihre Steuern in das System einzahlen, will man es so effizient wie möglich machen – für alle. In Deutschland hingegen sind Privatversicherte, die für Leistungen Geld zahlen, quasi Kunden, die zufrieden gestellt werden wollen. Fachärzt*innen sind nicht in jeder kleinen Stadt, sondern meist in spezialisierten Kliniken. Dort erfolgt die Behandlung komplexer Erkrankungen – etwa von Krebspatient*innen.

Die Linke

An einer Krankenversicherung für alle orientiert sich auch Die Linke. Sie setzt sich dafür ein, das Nebeneinander von gesetzlicher und privater Versicherung in Deutschland abzuschaffen. Die private Krankenversicherung solle sich lediglich auf medizinisch nicht notwendige Zusatzversicherungen beschränken. Die Linke fordert: Alle zahlen entsprechend ihrem gesamten Einkommen aus Löhnen, Honoraren sowie Miet-, Pacht- und Kapitalerträgen in die Solidarische Gesundheits- und Pflegeversicherung ein – und zwar alle den gleichen Prozentsatz. Die Beitragsbemessungsgrenze wird abgeschafft. So sinken die Beiträge für alle mit weniger als 6.200 Euro Bruttoeinkommen im Monat.

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