Reichtum und Luxus besteuern

26. August 2025  Politik
Geschrieben von Kreisverband

Die Schlossvilla in Schwalten (Ostallgäu) ist ein 1910 errichtetes Walmdachhaus mit Terrassenunterbau und turmartigen Eckerkern. (Wikimedia: Ricardalovesmonuments, CC BY-SA 4.0)

Geschenkte oder vererbte Millionen und Milliarden müssen versteuert werden – darin war sich der Vorsitzende der Linken, Jan van Aken, sicher. In einer Pressekonferenz brachte er darüber hinaus eine Luxusvillen-Steuer nach dem Beispiel von Los Angeles ins Gespräch.

Mehr Geld für Staat

„Die Vermögensteuer ist der Unterschied, ob in einer Schulklasse 20 oder 35 Kinder sitzen“, erklärte Jan van Aken. Im Sommerinterview hatte Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) die Frage aufgeworfen, welchen Teil Superreiche dazu beitragen würden, damit es in Deutschland wieder gerechter zugehe. Darüber hinaus brachte der Vorsitzende der Linken jedoch die Verschonungsbedarfsprüfung ins Spiel.

Auch Reiche sollen zahlen

Diese wurde 2016 unter dem schwarz-roten Kabinett Merkel III eingeführt und bezieht sich auf Erbschaften oder Schenkungen ab einer Höhe von 26 Millionen Euro. „Wenn gerade nicht genügend liquide Mittel vorhanden sind, muss der*die Beschenkte die Steuer nicht zahlen“, brachte van Aken es auf den Punkt. Im Jahr 2023 wurden beispielsweise Vermögen im Gesamtwert von sechs Milliarden Euro vererbt oder verschenkt – was 2,1 Milliarden Euro Steuern bedeutet hätte. „Nach der Verschonungsbedarfsprüfung blieben nur noch sechs Millionen Euro übrig“, schilderte er die Folgen. Es könne nicht sein, dass die Reichsten der Reichen von der Steuer ausgenommen seien, weswegen er Klingbeil riet, schnellstmöglich diese Steuervermeidung abzuschaffen.

Steuer für Luxusvillen

Eine weitere Möglichkeit, um Mehreinnahmen für den Staat zu generieren, sah van Aken in Kalifornien. „Vor zwei Jahren hat Los Angeles eine Steuer auf Luxusvillen beschlossen, deren Erträge zu 100 Prozent für Soziales verwendet werden“, erklärte er. So habe sich Paris Hilton kürzlich ein Anwesen für 63 Millionen US-Dollar gekauft – und mit ihrer fällig gewordenen Steuer gleich mehrere hundert Sozialwohnungen finanziert. Mit dieser Steuer habe die Kommune Einnahmen in Höhe von 425 Millionen US-Dollar geschaffen.

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