Schwimmen als Klassenfrage

18. August 2025  Politik
Geschrieben von Kreisverband

Im Freibad Altdorf bei Nürnberg ist gerade kein Betrieb (DALIBRI, CC BY-SA 4.0).

Flächendeckende Schwimmkurse in Schulen und eine bessere Finanzierung der Kommunen forderte Jan van Aken in einer Pressekonferenz der Linken. Das nötige Geld kommt aus einer Vermögensteuer.

Arme gehen unter

2024 sind über 400 Menschen ertrunken – schwimmen kann also Leben retten. Allerdings ist schwimmen auch eine Klassenfrage. „Die größte Gruppe der Nicht-Schwimmer*innen ist da, wo die Eltern kein Geld und die Kommunen keinen Finanzierungsspielraum haben“, erklärte Jan van Aken. Wer arm ist, gehe also wortwörtlich unter. „In einem Land wie Deutschland kann es nicht sein, dass so viele Kinder ertrinken, weil es so wenig Schwimmbäder gibt“, sagte der Vorsitzende der Linken. Vielmehr müsse die Bereitstellung von Schwimmbändern eine Pflichtaufgabe der Kommunen sein.

Schwimmkurse in Grundschule

Und dafür müsse der Bund mindestens eine Milliarde Euro bereitstellen. „Das Geld aus dem Sondervermögen, das für alle Sportstätten vorgesehen ist, reicht nicht aus“, erklärte er. Darüber hinaus müssten Neubauten auch dauerhaft finanziert werden. Um die Todesfälle zu verringern, sprach er sich für einen verpflichtenden Schwimmunterricht für alle Grundschüler*innen aus. „Das bedeutet ausreichend Sportlehrkräfte, festgelegte Wasserzeiten für die Schulklassen und funktionierende Bäder“, erläuterte van Aken.

Mehr Badepersonal nötig

Auch sollte der Eintritt für Kinder und Jugendliche auf einen Euro begrenzt werden. Und da aktuell über 3.000 Bademeister*innen fehlen, müsse in der Branche Tariflohn gezahlt werden, um den Beruf attraktiver zu machen. „Mit diesen Punkten kann man Leben retten und für mehr Gerechtigkeit sorgen“, stellte er fest.

Kaum Geld zum Leben

Doch wie finanziert man solche Forderungen? „Das notwendige Geld kommt aus einer Vermögensteuer“, erklärte der Partei-Vorsitzende. So wolle der SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf etwa hohe Vermögen mit einer Erbschaftssteuer stärker heranziehen. „Die hohen Vermögen in Milliardenhöhe steigen immer weiter – andererseits haben 9,2 Millionen Vollzeitbeschäftigte in Deutschland weniger als 3.500 Euro brutto“, kritisierte er. Denn davon gingen noch Steuern und Krankenkasse weg, ebenso müssten Miete, Heizung und Strom bezahlt werden. „Dann bleibt nicht mehr viel zum Leben“, warnte van Aken.

Volksabstimmung zur Vermögensteuer

Hier könne man sehen, wie die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter aufgehe. „Deshalb müssen wir die Reichen stärker besteuern, damit sie einen fairen Anteil an unserem Gemeinwesen bezahlten“, forderte er. Denn schließlich sei die große Mehrheit der Bevölkerung für solch eine höhere Besteuerung. „Lassen Sie uns eine Volksabstimmung darüber machen“, regte er an. Friedrich Merz habe hingegen ganz dreist gelogen, als er im Sommerinterview sagte, dass eine Vermögensteuer verfassungswidrig sei. „In Artikel 106 des Grundgesetzes wird die Vermögensteuer explizit erwähnt“, korrigierte van Aken.

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