Karl Marx: Das Kapital, Band 2

29. August 2025  Theorie
Geschrieben von Kreisverband

Karl Marx (Grafik: Rosa-Luxemburg-Stiftung)

Wie es durch Produktion, Profit und Investition zu mehr Gewinn für die Kapitaleigner kommt erläutert Karl Marx im zweiten Band des „Kapitals“. Die 52. Folge des Theorie-Podcasts der Rosa-Luxemburg-Stiftung ging auch auf die Krisenanfälligkeit des Systems ein.

Engels und das Kapital

Der zweite Band des Kapitals wurde von Karl Marx nicht mehr selbst fertiggestellt. Kurz vor seinem Tod 1883 bat er Friedrich Engels, die Manuskript-Sammlung zu einem lesbaren Text anzuordnen. Dieser wurde 1884 veröffentlicht und bezog sich auf den Zirkulationsprozess des Kapitals. Der erste Band analysierte den Produktionsprozess des Kapitals, etwa in der Unterscheidung von Gebrauchs- und Tauschwert, konstantem und variablem Kapital oder absolutem und relativem Mehrwert beim Austausch von Kapital und Arbeit.

„Mehr Ware, mehr Geld“

Der zweite Band erläutert, dass bei der Zirkulation – dem Weiterverkauf von Waren – kein Mehrwert erzeugt wird. Dabei beschreibt Marx drei Kreisläufe, die zusammen den Kreislauf den Kapitals ergeben. Beim Kreislauf des Geldkapitals tauscht sich Geld in Ware (Rohstoffe, Maschinen). Diese werden gemeinsam mit der Arbeitskraft (Lohnarbeit) geschaffen und müssen auf dem Markt verkauft werden. Dabei bekommt der Kapitaleigner mehr Geld zurück als er anfangs investiert hat. Marx’ Satz lautet: „Geld – Ware – Produktion – mehr Ware – mehr Geld“.

Profit wird investiert

Produktives Kapital führt zu Waren, die verkauft werden. Das so gewonnene Geld wird erneut in die Produktion investiert, damit das Kapital maximiert werden kann. So entsteht im Vergleich zur ersten Investition ein Mehrwert. Beim Warenkreislauf müssen diese gegen Geld verkauft werden, das wiederum zur Produktion von Waren eingesetzt wird, um mehr Geld zu erhalten. Das Kapital nimmt somit die Form des Geld- und des produktiven Kapitals ebenso an wie die des Warenkapitals. Das bezeichnet Marx als „Metamorphose“.

Kredite und Absatzkrisen

Stockt der Zirkulationsprozess, kann es zu Krisen kommen, wenn die erzeugten Waren nicht alle verkauft werden können. Um sich das notwendige Kapital zu verschaffen, müssen Unternehmer oftmals Kredite aufnehmen, um ihre Produktionsmittel (Maschinen) finanzieren zu können. Auch kommt den reibungslos funktionierenden Lieferketten – etwa einem gut ausgebauten Eisenbahn-Netz – eine große Bedeutung zu.

Es muss gekauft werden

Marx unterscheidet zwischen fixem und zirkulierendem Kapital, also den feststehenden Ausgaben für Rohstoffe oder Maschinen sowie den variablen Löhnen für Arbeitskräfte. Durch die Akkumulation und die Aneignung der Mehrarbeit kommt es zur erweiterten Reproduktion des Kapitals. Auch differenziert er zwischen der Produktion von Produktionsmitteln und Konsumgütern. Können von den Kapitaleignern nicht genügend Maschinen – oder seitens der Lohnabhängigen nicht genügend Konsumgüter – gekauft werden, kann es zu Krisen kommen.

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