Katzen gegen Kapitalismus

12. November 2025  Wirtschaft
Geschrieben von Kreisverband

Der Protagonist des Buches spricht oft mit seinen zwei Katzen (Wikipedia: Loggediteur, CC BY-SA 3.0 de).

In seinem Buch „Auf der Suche nach der gestohlenen Zeit“ kritisiert Ole Nymoen unser kapitalistisches Wirtschaftsmodell, das auf den Profit weniger anstatt dem Wohle aller ausgerichtet ist. Er stellte seine Neuerscheinung bei „linksbündig“, der Literatur-Reihe der Rosa-Luxemburg-Stiftung vor.

Wenige besitzen viel

„Dummerweise gehört all das, mit dem Lebensmittel angebaut und andere nützlichen Dinge hergestellt werden, ganz wenigen Leuten“, erklärt der Protagonist aus „Auf der Suche nach der gestohlenen Zeit“ seinen beiden Hauskatzen. Die Arbeitsmittel seien deren Eigentum und sie könnten darüber nach Gutdünken verfügen. Die meisten Menschen besäßen zwar allerlei Dinge für den täglichen Gebrauch, seien jedoch nicht in der Kontrolle eben jener Arbeitsmittel, mit denen sie sich selbst am Leben halten könnten.

Lebenszeit verkaufen

„Daher sind sie gezwungen, ihre Zeit zu verkaufen – ihre Lebenszeit“, bilanziert er. Neben der Gruppe der Eigentümer*innen gäbe es die der Arbeiter*innen. Letztere zeichneten sich dadurch aus, dass sie arbeiten müssten – die Dinge ihre Arbeit jedoch nicht behalten dürften. „Wer das macht, wird von den blau angezogenen Freund*innen weggesperrt“, warnt der Mann. Denn diese schauten darauf, dass die Mehrheit der Menschen von all dem getrennt bliebe, mit dem sie sich ein gutes Leben machen könnten.

Arbeiten für die Reichen

Lieber würden tausende Tonnen Lebensmittel vernichtet werden, als dass einer, der kein Geld habe, sein Bedürfnis stillen dürfe. „Ein Yachtbesitzer, der 15 Yachten besitzt, aber noch eine 16. will, wird immer jemanden finden, der ihm seinen Wunsch erfüllt“, beschreibt er die Gegenseite. „Die Menschen dienen mit ihrer Lohnarbeit denen, die sowieso schon viel Geld haben“, erläuterte der Autor des Buches, Ole Nymoen. Denn deren Verlangen nach Geld könne nie gedeckt werden – ganz im Gegenteil zu den konkreten Bedürfnissen der Menschen.

Gesellschaft der Konkurrenz

Wenn man sich ansehe, wie sich Katzen ihre Zeit gemäß ihren Bedürfnissen selbst einteilten und wie dazu im Verhältnis die Menschen lebten, frage man sich schon, wer das weniger vernünftige Wesen sei. „Eine gebrauchswertorientierte Ökonomie würde die Frage stellen: Was brauchen die Menschen, um gut zu leben – ohne sich oder den Planeten zu ruinieren?“, stellte der Schriftsteller fest. Im Kapitalismus arbeiteten die Menschen jedoch, um andere noch reicher zu machen. Sie selbst konkurrierten dabei um Arbeitsplätze und Wohnungen. „Es ist quasi eine Lebensbedingung, in dieser Gesellschaft die Ellenbogen zu gebrauchen“, versinnbildlichte Nymoen den Kampf jede*r gegen jede*n.

Konsum vs. 4-Tage-Woche

Aktuell sei es oft so, dass sinnvolle Berufe, etwa als Schulbegleiter*in oder bei unterstützenden Maßnahmen für Menschen mit Beeinträchtigung, schlecht bezahlt seien und dort nur unzureichende Arbeitsbedingungen herrschten. „In vielen Industrie-Gewerkschaften gehört die Forderung nach mehr Zeit – etwa in Form einer 4-Tage-Woche – zum starken Anliegen“, erklärte er. So sei den Menschen die Zeit für die eigene Familie wichtiger als noch mehr Geld für mehr Konsum.

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