Ein Mann tut seine Pflicht

04. April 2009  Satire
Geschrieben von hg

In Spahlonien, einem Landstrich im Lande Frankonia soll ein Bauwerk erstellt werden, welches dauerhaft obskure Strahlen von sich geben soll. Manchem Ratsherren wurde bei dieser Vorstellung wohl ganz mulmig und der Eine oder Andere trug sich mit dem Gedanken diesen Bauantrag abzulehnen.

Der Obermufti (in zivilisierten Ländern würde man vielleicht Bürgermeister dazu sagen) ist allerdings der Meinung, dass es außer seiner keine andere Meinung dazu geben darf. Und wenn es einen Ratsherren geben sollte, der sich vielleicht den Luxus leisten wolle eine solche eigene zu haben und gemäß dieser auch noch gegen die Meinung des O. stimmen sollte, dann muss dieser ungehorsame Ratsherr aufgeschrieben werden.

Zu welchem Behufe? Die Aufgeschriebenen müssen dem Bauwilligen denunziert werden, damit der dann den ungehorsamen Räten die Leviten lesen kann, sprich: sie in Regress nehmen und mit Schadenersatzforderungen überziehen kann. Deshalb kann die Warnung an die Ratsherren ja nicht vom rechten Weg (der Meinung des Obermuftis von Spahlonien) abzuweichen auch nicht (in keinem Fall) als Nötigung oder gar Erpressung tituliert werden, sondern diese Warnung ist die reine, uneigennützige Pflichterfüllung.

Und es ist ja nicht das erste Mal, dass der Obermufti Spahloniens seine Pflicht erfüllt. Bereits am 26.1.2006 hat er die Räte daran erinnert, wenn sie entgegen seiner Meinung das Büchergeld in Spahlonien abschafften, dies rechtswidrig wäre und sie Schadenersatz leisten müssten.

Nein, wirklich kein Druck auf die Räte. Reine Nächstenliebe. Pflichterfüllung eben.


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