Stellungnahme zur Maskenpflicht in Schulen

Kreisverband
Autor: Cornelius Voigt

In der gegenwärtigen Situation sind wir der Meinung, dass alles getan werden muss, um einen erneuten kompletten Shut-Down und Schließungen von Schulen und Kindertagesstätten zu vermeiden. Dies würde speziell Eltern hoch belasten, aber auch die Schüler, Kinder und Jugendlichen, die unter den eingeschränkten Kontakten dann ebenfalls zu leiden hätten. Ferner halten wir eine Solidarität mit gefährdeten Bevölkerungsgruppen (z.B. alte Menschen, chronisch Kranke, etc) ebenfalls für sehr nötig, da diese ebenfalls unter den Kontaktbeschränkungen massiv gelitten haben und wieder leiden würden.

Erfahren Sie mehr »

Euthanasie in Erlangen – Werner Leibbrand und der Kampf um Gerechtigkeit

27. November 2020  Geschichte
Geschrieben von Daniel Schneider

Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein. Hier wurden auch viele Patient*innen der Heil- und Pflegeanstalt Erlangen ermordet. (Bildurheber: Studio S, Farbmomente Dresden)

Das Centre for Human Rights Erlangen-Nürnberg (CHREN) stellte in einer Online-Veranstaltung das Leben und Wirken von Werner Leibbrand vor. Der sozialistische Arzt prangerte in seiner Publikation „Um die Menschenrechte der Geisteskranken“ (1946) die Ermordung von Menschen mit geistiger Beeinträchtigung an und sagte im „Ärzteprozess“ als Sachverständiger aus.

„Die Nazis führten nicht nur einen rassischen Vernichtungskrieg nach außen, sondern einen ebensolchen Krieg im Inneren“, bilanzierte Prof. Dr. Andreas Frewer. Der Herausgeber des Bandes „Psychiatrie und ‚Euthanasie‘ in der HuPfla“ gilt als einer der besten Kenner der nationalsozialistischen Verbrechen in der Universitätsstadt Erlangen. Mit dem „Krieg im Inneren“ meinte er die 1939 von Hitler verfügte Ermächtigung zur Gewährung des „Gnadentodes“ und die damit einhergehende massenhafte Vernichtung von sog. „lebensunwertem Leben“. Menschen, die nicht dem Idealtypus des gesunden Ariers entsprachen, wurden im gesamten Reich getötet. Benannt wurde der Vorgang nach der Hausnummer der Zentraldienststelle in Berlin: Aktion T(iergartenstraße)4.

Bei dieser „Maßnahme“ wurden geistig und körperlich behinderte Menschen sowie unerwünschte Gruppierungen (v.a. Jüd*innen, sog. „Asoziale“) aus psychiatrischen Einrichtungen in sechs Tötungsanstalten (Bernburg, Brandenburg, Grafeneck, Hadamar, Hartheim, Pirna/Sonnenstein) ermordet. Wegen Protesten aus der Bevölkerung (v.a. Bischof Clemens August Graf von Galen, 1941) wurde dieses „Verfahren“ jedoch eingestellt und gegen die stationseigene „Hungerkost“ ersetzt. Patient*innen wurden nun in den Einrichtungen auf Nahrungsentzug gesetzt, so dass tausende unbemerkt hinter Anstaltsmauern starben. Laut aktuellen Forschungen wurden in Gaskammern und Hungerstationen schätzungsweise 275.000 Menschen getötet.

Einer der wenigen, der den ärztlichen Massenmord kritisierte, war der schwäbische Psychiater Werner Leibbrand. In den 20er Jahren trat er der Sozialistischen Ärztevereinigung bei und war (wie Albert Einstein oder Carl von Ossietzky) Mitglied der Liga für Menschenrechte. 1933 verlor er wegen „politischer Unzuverlässigkeit“ seine ärztliche Kassenzulassung und musste 1944 mit seiner jüdischen Ehefrau Margarethe Bergius untertauchen. Als „Verfolgter des Naziregimes“ wurde er 1945 von den US-Amerikanern zum Leiter der Heil- und Pflegeanstalt (HuPfla) Erlangen ernannt. Dort dokumentierte er den Mord an 908 Patient*innen im Zuge der Aktion T4, sowie etwa 1.200 Menschen, die in der Nervenanstalt verhungerten. Seine Forschungen fasste er in dem Manuskript „Um die Menschenrechte der Geisteskranken“ zusammen.

Dies führte dazu, dass er als einziger deutscher Sachverständiger beim Nürnberger Ärzteprozess gegen SS-Ärzte wie Karl Brandt oder Joachim Mrugowsky aussagte. Beide waren für das Euthanasie-Programm oder tödliche Menschenversuchen an russischen Kriegsgefangenen verantwortlich. Für sein Engagement wurde Leibbrand von seinen früheren Kollegen sowie der Bevölkerung als „Nestbeschmutzer“ diffamiert. Etwa durch Paul Diepgen, der im Dritten Reich die Rassenhygiene in der Medizingeschichte etablierte und nach 1945 maßgeblich am Neuaufbau der Berliner Universität mitwirkte.

Leibbrand trat in der Nachkriegszeit vehement für eine Reformpsychiatrie ein. So warb er für eine offene und soziale Fürsorge von Menschen mit geistiger Beeinträchtigung. Er setzte sich für eine ambulante Betreuung unter Beteiligung der Familie ein und spielte auch selbst mit seinen Klient*innen Theater. Sein Credo lautete, die „Patient*innen von den Ketten [zu] befreien“. Leibbrand starb 1974 in München.

Filmtipp:

Linke fordert Umdenken bei bayerischen Waffenherstellern

25. November 2020  Politik
Geschrieben von Daniel Schneider

Vor 75 Jahren fanden die Nürnberger Prozesse im Justizpalast statt. Benjamin Ferencz, damaliger Chefankläger im „Einsatzgruppenprozess“, fand deutliche Worte in seiner Video-Grußbotschaft. Seiner Forderung nach militärischer Abrüstung müsse man sich auch in Bayern anschließen, ist Linken-Vorsitzender des Kreisverbandes Schwabach-Roth Cornelius Voigt überzeugt. „Während ich hier spreche“, sagt Ferencz, „gehen die Kriege weiter. Wir geben täglich Milliarden von Dollar für die Herstellung von Waffen aus, um noch mehr Menschen zu töten.“ Der 100-Jährige schließt mit einem Appell: „Sie müssen sich dieser Realität stellen. Tun Sie, was in Ihrer Macht steht.“ Dieser Realität müsse sich auch Bayern stellen, erklärt Voigt. Denn rund ein Drittel der deutschen Wehrindustrie seien im Freistaat angesiedelt.

Erfahren Sie mehr »

NSU 2.0 – geht es in den Sicherheitsbehörden mit RECHTEN Dingen zu?

23. November 2020  Politik
Geschrieben von Daniel Schneider

Wie umgehen mit rechtsextremen Vorfällen in der Polizei? Bei der Online-Veranstaltung „NSU 2.0“ der LINKEN berichteten vier Frauen, die Drohbriefe des NSU 2.0 erhalten hatten, über ihr Vertrauen in die Polizei.

Erfahren Sie mehr »

Holocaust und Vernichtungskrieg in der Sowjetunion

20. November 2020  Geschichte
Geschrieben von Daniel Schneider

Slawuta, 2013, 2000 eingerichtetes Massengrab ermordeter Juden auf dem jüdischen Friedhof, [Foto: Jewgennij Schnajder]

Der deutsche Vernichtungskrieg im Osten und dabei verübte Kriegsverbrechen waren Thema bei einer Online-Veranstaltung des Instituts für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung (ISFBB) e.V. sowie der Georg-von-Vollmar-Akademie e. V.

Erfahren Sie mehr »

Antisemitismus 2.0 – Judenhass im Internet

16. November 2020  Politik, Unkategoisiert
Geschrieben von Daniel Schneider

In Zusammenarbeit mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Bayern präsentierte der Sprachwissenschaftler Markus Weiß (TU Berlin) die Ergebnisse des DFG-Projekts „Verbal-Antisemitismen im Internet“. Dabei analysierte ein Forschungsteam von 2007 bis 2018 insgesamt 265.496 Kommentare von 6.374 Webseiten. In diesem Zeitraum verdreifachte sich die Anzahl der antisemitischen Online-Kommentare.

Erfahren Sie mehr »

Gedenken an den 9. November 1938

15. November 2020  Regional
Geschrieben von Daniel Schneider

Christel Hausladen-Sambale von der Initiative und Oberbürgermeister Peter Reiß bleibt wegen der Corona-Schutzmaßnahmen nur die Möglichkeit, stumm ihre Mahnung vor der Gedenktafel anlässlich der Pogromnacht von 1938 zum Ausdruck zu bringen. (Text und Bild: Ursula Kaiser-Biburger)

Respekt! – Rassismus, Antisemitismus – unvereinbar mit dem Grundgesetz

Das Motto „Respekt! – Rassismus, Antisemitismus – unvereinbar mit dem Grundgesetz“ hätte den Beitrag der Geschichtsklasse V10B der städtischen Wirtschaftsschule thematisieren sollen, der für die diesjährige Gedenkfeier zum 9. November 1938 vorgesehen gewesen wäre. Aber die notwendigen Corona-Schutzverordnungen haben diesen nun verhindert. Aber das von Blumen-Schwarz gestiftete Gesteck vor der Gedenktafel im Rathaus-Durchgang lädt dennoch zum Innehalten vor der Gedenktafel ein.

Erfahren Sie mehr »

Beobachtung der „Corona-Rebellen“

05. November 2020  Regional
Geschrieben von Redaktion

Broschüre über „Corona-Rebelllen“ vom Nürnberger Bündnis Nazistopp

“Antisemitisch”, “verschwörungstheoretisch” und “wissenschaftsfeindlich” lautete das Fazit über die “Corona-Rebellen Nürnberg”. Diese vereinten das extrem rechte Spektrum mit Impfkritiker*innen und Esoteriker*innen. Das Nürnberger Bündnis Nazistopp hatte in einem Online-Vortrag ihre Broschüre „Die ‚Corona-Rebellen‘ Nürnberg: Rechtsoffen, unsolidarisch und wissenschaftsfeindlich“ vorgestellt.

Erfahren Sie mehr »

Meldungen der Bundespartei

09. November 2020 

Erklärung von Heinz Bierbaum, Präsident der Partei der Europäischen Linken, zu den Ergebnissen der Präsidentschaftswahlen in den USA

06. November 2020 

Heinz Bierbaum zum diesjährigen European Forum und zu linken Positionen in der Coronakrise

03. November 2020 

Solidaritätserklärung von Heinz Bierbaum, Präsident der Partei der Europäischen Linken

27. Oktober 2020 

Heinz Bierbaum, Präsident der Europäischen Linken, äußert sich zur innenpolitischen Lage in Tansania am Vorabend der anstehenden Wahlen

27. Oktober 2020 

In einer Videokonferenz hat der Vorstand der Partei DIE LINKE heute beschlossen, den für den 30.10.2020 geplanten Bundesparteitag zu verschieben. Dazu erklärt Jörg Schindler, Bundesgeschäftsführer der Partei DIE LINKE:

26. Oktober 2020 

Die zweite Welle der Corona-Infektionen rollt über Europa und Deutschland. Infektionen, Erkrankungen, schwere Verläufe - überall steigen die Zahlen massiv an. Eigentlich keine Überraschung, doch die Regierung ist keineswegs gut vorbereitet.