8. Mai – Tag der Befreiung

10. Mai 2021  Regional
Geschrieben von Daniel Schneider

In Roth gedachte ein parteiübergreifendes Bündnis dem 76. Jahrestag der Befreiung vom Nazi-Regime. Die Verlesung aus der Briefkorrespondenz über Zwangsarbeiterinnen verdeutlichte die Skrupellosigkeit und menschenverachtende Grausamkeit, mit der der NS-Staat die Endlösung“ und seine Politik der „Vernichtung durch Arbeit“ vorantrieb, an der sich auch Unternehmen beteiligten. Familienmitglieder von Auschwitz-Häftlingen mahnten alle Anwesenden: Nie wieder Krieg, Ausgrenzung und Rechtsextremismus!

Breslau – Auschwitz – Erlangen

Klaus Klemenz, Bruder des ehemaligen Vorsitzenden der Jüdischen Kultusgemeinde Erlangen Karl-Heinz Klemenz, sprach über seine Großeltern. 1943 wurden Paul und Selma Klemenz aus Breslau deportiert. Paul Klemenz wurde Ende 1944 in der Gaskammer von Auschwitz ermordet. Sein zweiter Großvater, Otto Pick, wurde am 9. Januar 1944 verhaftet und nach Theresienstadt transportiert. Auch er erstickte in Auschwitz am Giftgas Zyklon B. Einzig die Großmutter Selma überlebte das Vernichtungslager und wurde von den Alliierten befreit. Ihr Geschäft in Breslau, dessen Wert sich auf 650.000 Reichsmarkt belief, war nach ihrer Deportation zwangsversteigert worden. Nach einem 20-jährigen Rechtsstreit erhielt sie gerade einmal 65.000 DM als Entschädigung. „Es ist mir unverständlich, weshalb der Prozess der Entschädigung von Nazi-Opfern zwei Jahrzehnte dauerte!“, empörte sich Klaus Klemenz.

Vernichtungspolitik in Mittelfranken

Cornelius Voigt (Die Linke) erinnerte, dass die nationalsozialistische Vernichtungspolitik auch direkt in der Metropolregion Nürnberg stattfand. So starben tausende Rotarmisten im „Russenlager Nürnberg-Langwasser“, während im Außenlager Hersbruck des Konzentrationslagers Flossenbürg rund 3.500 Menschen beim Stollenbau für BMW-Flugzeugmotoren zu Tode kamen. In Erlangen verhungerten im Rahmen der Euthanasie-Aktion T4 1.200 Patienten in der Heil- und Pflege-Anstalt, während über 900 in eigens eingerichteten Tötungsanstalten vergast wurden. „Seit 1990 starben mehr als 200 Menschen durch rechten Terror“, schlug er den Bogen in die Gegenwart. Es braucht ein gesellschaftliches Umdenken und politisches Handeln auf allen Ebenen, um rechtsextremes Denken in Gesellschaft und Politik, Polizei und Militär zu bekämpfen, schlussfolgerte er.

Zwangsarbeit und medizinische Experimente

Hans Tänzer (DGB Schwabach-Roth) erläuterte, dass am 8. Mai 1945 neben den Häftlingen aus Konzentrationslagern und Gefängnissen auch 12.000 Zwangsarbeiter*innen befreit wurden. „Sie arbeiteten auf Bauernhöfen, waren auf Äckern und in Betrieben“, verdeutlichte er das enge Geflecht von Zwangsarbeit und Wirtschaft. Rund 2.500 Firmen wie der Audi-Vorgänger Horch, Krupp oder IG Farben beuteten diese Menschen aus 20.000 zivilen Arbeitslagern aus. „Die Unternehmen zahlten der SS für jede Person und finanzierten so den Terror in Europa“, erklärte Tänzer das nationalsozialistische Wirtschaftssystem. „150 Frauen wurden für medizinische Experimente verkauft“, las er einen Briefwechsel zwischen einem Pharmaunternehmen und einer Lagerleitung vor. Alle „Versuchsobjekte“ starben an den Folgen.

Ein Tag des Feierns

Yannik Pleick (Grüne Jugend) stellte heraus, dass in vielen von den Deutschen besetzten Ländern dieser Tag ein Tag des Feierns sei, etwa in Frankreich, Tschechien und der Slowakei. In den USA, Kanada, Großbritannien und Australien spricht man dabei vom „Victory in Europe Day“. In Deutschland hingegen lautete die jahrzehntelange Bezeichnung „Tag der Kapitulation“. Diesem militärischen Zusammenbruch war jedoch schon in den 30er Jahren eine gesellschaftliche Entsolidarisierung vorausgegangen, die ihren Höhepunkt in der Shoah fand. Auch heute seien ähnliche Zeichen erkennbar. Beispielhaft sind die zahlreichen Gewalttaten wie die Mordserie des NSU, der rechtsextreme Anschlag am Müchener Olympia-Einkaufszentrum oder die rassistischen Morde von Hanau. „Gegen Rechte ist eine klare Haltung nötig!“, rief Pleick den Anwesenden zu.

Nie wieder Rechtsextremismus!

Roths Bürgermeister Ralph Edelhäußer (CSU) lobte das breite parlamentarische Spektrum unserer Demokratie und dankte den anwesenden Stadt-, Kreis- und Bezirksrät*innen für ihr öffentliches Eintreten für diese Demokratie. Es sei wichtig, die nationalsozialistischen Verbrechen auch nach 76 Jahren immer wieder ins kollektive Gedächtnis zu rufen. „Nie wieder Krieg, Ausgrenzung und Rechtsextremismus“, lautete seine Botschaft an das Publikum. Unterstützt wurde die Gedenkveranstaltung von Linken, SPD, Grünen, Die Partei, Franken-Partei, CSU, DGB, Roth ist bunt und der Initiative gegen Rechts Schwabach.

Antifaschistische Musik

Musikalisch wurde die Veranstaltung mit antifaschistischen Liedern begleitet. 14 Lieder aus den Lagern und  Gefängnissen des NS-Staates sowie dem Widerstand gegen das Hitler-Regime sind auf der CD „Und weil der Mensch ein Mensch ist“ der Musikgruppe „Grenzgänger“ enthalten.

Solidarität ist Zukunft

03. Mai 2021  Politik
Geschrieben von Daniel Schneider

Gerechte Besteuerung, flächendeckender Tarifvertrag und eine innovative Klima-Wende waren Themen auf der virtuellen 1. Mai-Kundgebung des DGB Mittelfranken. Gewerkschafter*innen aus Nürnberg, Erlangen, aber auch Frankfurt a. M. erklärten, was für gute Arbeit notwendig sei.

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Bündnis in Roth gedenkt Opfern von Rechtsextremismus

02. Mai 2021  Regional
Geschrieben von Redaktion

Aufruf zur Gedenkveranstaltung am 08.05.2021 in Roth

Am Samstag, den 8. Mai ist auf dem Marktplatz in Roth von 14 bis 16:00 Uhr eine Gedenkveranstaltung für Opfer rechtsextremer Gewalt geplant.

Am 8. Mai 2021 jährt sich die Befreiung Deutschlands von nationalsozialistischen Regime zum 76. Mal. Vorangegangen war ein von deutschem Boden ausgehender Vernichtungskrieg. Dessen rassische Ideologie fielen in der Shoah über 6 Millionen Jüd*innen zum Opfer, 500 000 Sinti und Roma, tausende Homosexuelle oder politisch Andersdenkende. Über 45 Millionen Zivilisten oder Soldaten mussten wegen des Rassenwahns sterben.

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Vernichtungskrieg in Bildern

29. April 2021  Geschichte
Geschrieben von Daniel Schneider

„Raising a flag over the Reichstag“ von Ewgenij Chaldej (Quelle: Wikipedia/Mil.ru, CC-BY 4.0)

Das Memorium Nürnberger Prozesse widmete mit „Krieg und Frieden“ einem der berühmtesten Fotografen des 20. Jahrhunderts eine Ausstellung. Der sowjetische Kriegsberichterstatter Ewgenij Chaldej habe die Zeitspanne von dem Überfall auf die Sowjetunion bis zu den Nürnberger Prozessen so eindrücklich festgehalten wie kaum ein anderer, lautete die Expertise.

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Mietenhöhe in Roth? Stadt fehlt konkreter Überblick!

26. April 2021  Regional
Geschrieben von Susanne Horn

Auf eine umfassende Anfrage der Partei die Linke in Zusammenarbeit mit der Partei und den Grünen vom 25.11.2020 kann die Stadt Roth kaum Antworten geben. Susanne Horn (Die Linke) äußert sich zu der Anfrage der Partei die Linke in Zusammenarbeit mit Die PARTEI und den Grünen deutlich: „In Roth scheint man mietenpolitische Entscheidungen im Blindflug zu treffen. Anders kann ich mir nicht erklären, dass die Stadt sich nicht ansatzweise mit Fragen befasst, deren Antworten wichtig wären, um die Situation für Mieterinnen zu verbessern. Diese Wissenslücke kann als ein Zeichen für eine über Jahre hinweg verpasste Chance zum aktiven Mieterinnenschutz gesehen werden.“

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Kooperation statt Kapitalismus

23. April 2021  Politik
Geschrieben von Daniel Schneider

Am 20. April 2021 fand ein viel beachtetes Online-Treffen des Regio-Mark e.V. statt. Dort wurden Grundsätze genossenschaftlichen Handelns von Mitgliedern der International Cooperative Alliance (ICA) sowie von Frank Bemmerlein, Experte für das Genossenschaftswesen, vorgestellt und diskutiert. Des weiteren berichteten Aktivist*innen aus verschiedenen afrikanischen Ländern von ihren aktuellen Projekten.

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Ein Dach über dem Kopf ist ein Grundrecht!

21. April 2021  Politik
Geschrieben von Daniel Schneider

Als Reaktion auf das Verfassungsurteil zum Berliner Mietendeckel forderte in Nürnberg ein breites Bündnis tatkräftiges Handeln von der Bundesregierung.

Bundesweiter Mietenstopp nötig

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Forschen fürs Militär?

25. März 2021  Politik
Geschrieben von Daniel Schneider

Die AG Frieden der LINKEN demonstriert für Abrüstung (Quelle: DIE LINKE. Köln)

Die Verflechtung von Forschung und Rüstungsunternehmen waren Thema beim bundesweiten Zivilklausel-Treffen. Das Motto lautete „Militarisierung und Künstliche Intelligenz“.

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Meldungen der Bundespartei

08. April 2021 

Über die Bekämpfung der Pandemie, Regierungsbeteiligungen der Partei DIE LINKE und den Verfassungsschutz. Ein Gespräch mit Janine Wissler

03. April 2021 

Die Vorsitzenden der Partei DIE LINKE, Susanne Hennig-Wellsow und Janine Wissler, und die Vorsitzenden der Fraktion DIE LINKE im Deutschen Bundestag, Dietmar Bartsch und Amira Mohamed Ali, fordern die Bundesregierung zu einem Neustart bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie auf. Sie legen hier ein Papier vor, das die jetzt notwendigen Schritte umreißt.

30. Mrz 2021 

Der Staat lässt sozial Benachteiligte im Stich, besonders in der Corona-Krise. Das ist beschämend. – Ein Gastbeitrag von Susanne Hennig-Wellsow

18. Mrz 2021 

18. Mrz 2021 

"Mit Betroffenheit habe ich die Nachricht vom Tod John Magufulis aufgenommen", erklärt Heinz Bierbaum, Präsident der Europäischen Linken.

14. Februar 2021 

Der Wahlprogrammentwurf von der LINKEN bewahrt und bekräftigt die antimilitaristischen Positionen. Eine Erwiderung von Bernd Riexinger auf Sevim Dagdelen und Ulla Jelpke in der Zeitung "junge Welt"