Leserbrief: Ältere Arbeitnehmer werden diskriminiert

02. Mai 2009  Leserbriefe
Geschrieben von Redaktion

Am Beispiel der Sondermüll und der AEG lässt sich beweisen, wie ältere Arbeitnehmer in Deutschland diskriminiert werden. Gerade ältere Arbeitnehmer finden nach ihrer Entlassung aufgrund einer Werksschließung keinen neuen Arbeitsplatz mehr.

Nach 15 bzw. 18 Monaten endet für diese Arbeitnehmer das Arbeitslosengeld I und sie stürzen in Hartz IV ab, weil gerade ältere Arbeitssuchende keine neue Arbeitsstelle mehr finden. Wenn sie bei ihrer Entlassung eine Abfindung erhielten, wird diese bis auf einen Freibetrag von 200,– pro Lebensjahr auf Hartz IV angerechnet. Zudem müssen diese Abfindungen zum großen Teil voll versteuert werden. Sie erhalten somit keine Hartz-IV-Leistungen und müssen deshalb von ihren Ersparnissen leben.

Das ist ein Skandal! Ihre Rentenansprüche sinken, da auch kaum noch Beiträge gezahlt werden. Es droht Altersarmut. Das alles ist schon schlimm genug, aber es kommt noch schlimmer! Oft erhalten ältere Arbeitnehmer auch noch geringere Abfindungen als ihre jungen Kollegen. So war es bei AEG Nürnberg und auch bei der Schwabacher Sondermüll. Das widerspricht dem Grundsatz der Gleichbehandlung, denn es ist schon schizophren, wenn ein jüngerer Arbeitnehmer, der leichter eine neue Arbeit findet, auch noch eine höhere Abfindung erhält. Wäre der eine oder andere am Stichtag nur ein Jahr jünger gewesen, hätte das bis zu 50.000,– mehr Abfindung bedeutet. Das ist eine große Ungerechtigkeit!

Der Geschäftsführer der halbstaatlichen GSB ließ sich nicht mal mehr auf einen Vergleich ein und die älteren Arbeitnehmer blieben auf der Strecke. Die betroffenen älteren Arbeitnehmer versuchten dann vor dem europäischen Gerichtshof ihr Recht auf Gleichbehandlung durchzusetzen. Aber auch dort wurde ihr berechtigtes Anliegen abgeschmettert. Zudem sind Sie von den Kommunalpolitkern schwer enttäuscht, da diese Ihre Versprechungen für einen neuen Arbeitsplatz zu sorgen, nicht einhielten.

DIE LINKE ist der Auffassung, dass man so mit langjährigen Arbeitnehmern nicht umgehen darf! DIE LINKE setzt sich dafür ein, dass Arbeitnehmern bei Entlassungen mehr Mitspracherecht eingeräumt wird.

Bitte geben Sie deshalb bei den Europawahlen und bei den Bundestagswahlen der LINKEN Ihre Stimme, damit die Rechte der Arbeitnehmer gestärkt werden.

H. und C. B.(*), Schwabach
(ehemalige Mitarbeiter der Sondermüllanlage)

(*) Namen der Redaktion bekannt