Erziehungspersonal streikt für mehr Gehalt

22. Oktober 2020  Regional
Geschrieben von Redaktion

Mit einer dezentralen Kundgebung am Nürnberger Hallplatz machte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft auf die Forderungen nach 4,8 Prozent mehr Lohn aufmerksam. Dass ein Streik für bessere Bezahlung wichtig sei, konnte man sogar in den verteilten Pixi-Büchern „Streik in der Kita“ nachlesen.

„Die Vertreter von Bund und Ländern behaupteten, eigentlich müssten sie uns die Gehälter kürzen“, berichtete Anton Salzbrunn, Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Bayern, den Anwesenden. Erst nach einem organisierten Warnstreik sei überhaupt erst ein Angebot seitens der kommunalen Arbeitgeber erfolgt. Dieses beinhalte in zwei Jahren je 1 Prozent Lohnsteigerung, im dritten dann 1,5 Prozent. Damit läge es sogar weit unter dem herkömmlichen Inflationsausgleich. „Das ist nicht hinnehmbar!“ erklärte Salzbrunn. Es sei durchaus eine Finanzierung vorhanden, erläuterte er mit Blick auf eine effektive Vermögenssteuer. Zöge man die oberen Einkommensgruppen zur Finanzierung des Öffentlichen Dienstes heran, der schließlich allen zugute komme, seien die gewerkschaftlichen Forderungen selbstverständlich umsetzbar. Darüber hinaus seien die Anwesenden aus den kommunalen Bildungseinrichtungen wie etwa dem Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte Nürnberg mit ihrem Anliegen nicht allein. Kolleg*innen aus kirchlicher und freier Trägerschaft stünden hinter ihren Forderungen, genauso wie die Eltern. „Vätern und Müttern ist klar, dass für gute Erziehung Geld nötig ist“, schloss Salzbrunn seine Rede.

Zu diesem Ergebnis kamen auch Lea, Zeynep, Fiete und Janne, die Protagonist*innen des Pixi-Buches „Streik in der Kita“. Gemeinsam stellen sie fest, dass Kissenschlacht, kochen, traurige Kinder trösten und zusammen essen „voll wichtige Sachen“ seien. Dafür sollten Erzieherinnen und Erzieher auch anständig bezahlt werden. Deshalb malen sie Plakate, um ihnen zu helfen.

Dass so ein Warnstreik ein Grundrecht sei, verdeutlichte Gewerkschaftssekretär Mario Schwandt. Wenn kommunale Angestellte für höhere Gehälter streikten, führe dies nicht automatisch zum Kollaps des Bildungssystems. So gäbe es immer noch Schulleitungen, die Verwaltung oder Fachdienste, welche den Streiktag „auffangen“ könnten. Sollte dies nicht möglich sein, müsse der Arbeitgeber eben Notdienstvereinbarungen mit der Gewerkschaft aushandeln, um den Minimalbetrieb zu gewährleisten, erklärte er.

Weiterführende Literatur: