Deutschland lehnt Atomwaffenverbotsantrag ab

25. Januar 2021  Politik
Geschrieben von Daniel Schneider

Was passiert, wenn eine Atombombe deine Stadt trifft? [Quelle: funk.net, 2020]

Am 22. Januar trat der Atomwaffenverbotsantrag in Kraft. Die unterzeichnenden Staaten verbieten und ächten die Entwicklung, Stationierung und den Einsatz von Kernwaffen. Die Bundesregierung lehnte den Beitritt zu dem Vertrag ab.

Die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages teilten auf Anfrage der LINKEN-Abgeordneten Sevim Dağdelen mit, dass der Atomwaffensperrvertrag (1970) und der Atomwaffenverbotsvertrag (2021) „juristisch nicht in Widerspruch“ zueinander stünden. Doch aus Sicht der Bundesregierung könne dieser Beitritt zur Schwächung internationaler Abrüstungsbemühungen führen, hieß es in einem Schreiben der Staatssekretärin Antje Leendertse. Dem entgegnet LINKEN-Stadtrat Jonas Wagner: „Atomwaffen stellen eine Gefahr für die gesamte Menschheit dar, sie treffen uneingeschränkt jeden.“ Um dieses Damoklesschwert zu beseitigen, brauche es von allen Seiten Vernunft und politischen Willen zum Frieden, fordert Wagner. Da auch auf deutschem Boden Atomwaffen stationiert seien, sieht er auch die Bundesrepublik in der Pflicht. „Deutschland darf sich hier nicht aus der Verantwortung ziehen und muss mit der internationalen Staatengemeinschaft für eine atomwaffenfreie Welt einstehen“, stellt Wagner fest.

Was eine einzige Atombombe verursachen kann, hat das Funk-Team in obigem kurzen Video dargestellt: Die Explosion sei in etwa so, als würden alle Naturkatastrophen auf einmal passieren. Hunderttausende oder sogar Millionen Menschen würden schwer verletzt. In den Stunden nach der Detonation würden Tausende an ihren Verletzungen sterben, unzählige Menschen unter einstürzenden Gebäuden begraben. Mit jedem Atemzug gelänge radioaktives Gift in die Lunge der Überlebenden. Viele von ihnen würden in den kommenden Jahren an Krebs (z.B. Leukämie) erkranken.

Die Stadt Schwabach ist im November 2020 dem internationalen Städtebündnis „MAYORS FOR PEACE“ beigetreten (Wir berichteten). Damit möchte sie ihren Beitrag zur Abschaffung von Atomwaffen leisten. Mit dieser Haltung ist sie weiter als die NATO und die neun Kernwaffen-Staaten. Auch in Deutschland lagern im Fliegerhost Büchel/Eifel rund 20 Atombomben. Deutsche Tornado-Piloten würden sie im atomaren Ernstfall zu ihrem Ziel bringen und so Hunderttausende oder gar Millionen Menschen schwer verletzen und töten.