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Linke kritisiert Rekrutierung Minderjähriger bei der Bundeswehr

01. Dezember 2019  Politik

DIE LINKE. Schwabach-Roth kritisiert die Werbepraxis der Bundeswehr an Jugendlichen und fordert, das Rekrutierungsalter auf 18 Jahre anzuheben.

Enny aus Bremen steht mit einigen Mädchen am Bahnhof Roth, um zusammen zur Otto-Lilienthal-Kaserne gebracht zu werden. Sie ist eine der Hauptdarstellerinnen in der sieben Millionen Euro teuren Youtube-Serie „Die Rekrutinnen“, mit der die Bundeswehr ihr Image weiblicher gestalten will. Bis Weihnachten soll so Jugendlichen in 63 Folgen der Einsatz bei der Truppe schmackhaft gemacht werden. Unterstützend wird die Serie auf anderen Sozialen Netzwerken wie Instagram, Snapchat, Facebook und Tiktok begleitet, um ein möglichst junges Zielpublikum anzusprechen. Zwar sind die Serien-Heldinnen mit 18 Jahren schon volljährig, jedoch wirbt die Bundeswehr auch in großem Stil Minderjährige an. Laut der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden seien seit Abschaffung der Wehrpflicht 2011 rund 12.000 Jugendliche unter 18 Jahren ausgebildet worden.

DIE LINKE. Schwabach-Roth unterstützt die Kampagne “Unter 18 nie! Keine Minderjährigen in der Bundeswehr” (unter18nie.de). Dabei fordert ein breites Bündnis aus Friedensbewegung, Kirchen und Gewerkschaften Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer in einer Petition auf, in der Bundeswehr keine Unter-18-jährigen mehr zu rekrutieren.

Der „Ausschuss für die Rechte des Kindes“ der Vereinten Nationen zeigte sich besorgt, dass Werbekampagnen der Streitkräfte besonders auf Kinder abzielten sowie Vertreter – meist ausgebildete Jugendoffiziere – im schulischen Bereich Aktivitäten mit den Jugendlichen organisierten. Der Ausschuss forderte 2014 die Bundesregierung auf, das Mindestalter auf 18 Jahre festzusetzen. Ebenso sollten sämtliche Werbekampagnen für Kinder untersagt werden. Die „Kommission des Bundestages zur Wahrnehmung der Belange der Kinder“ schlug 2016 in dieselbe Kerbe und mahnte die vollständige Umsetzung der Empfehlungen des UN-Ausschusses an.